Zwischen Stadt und Archipel

Anders ist im Norden Stockholms geboren und aufgewachsen, doch sein Herz schlägt seit jeher für die Schären. Hier findet er die Balance zwischen seinem IT-Job und seiner Freizeit. „Ich würde mich als geselligen Introvertierten beschreiben. Ich treffe mich gern mit Freunden und genieße gesellige Aktivitäten. Aber ich schöpfe auch Kraft aus der Einsamkeit. Ich fühle mich zu kargen, einsamen und verlassenen Orten hingezogen. Es macht mir nichts aus, allein mit einem Gläschen Whisky vor dem Kamin zu sitzen oder mit einer Tasse Kaffee in der Hand draußen auf dem Meer zu sein.“

Der Traum von einer Pension

Als seine Töchter ausgezogen waren, begann für ihn ein neues Kapitel. Plötzlich hatte er Zeit, ein Projekt anzugehen, von dem er lange geträumt hatte: den Bau eines eigenen Gästehauses an seinem Ferienhaus. „Es wird wohl noch ein paar Jahre dauern, bis Enkelkinder da sind, aber ich denke, wenn es soweit ist, wird genug Platz für alle sein.“

Er hatte sich früh entschieden, alles selbst zu bauen, mit einfachem Holz und viel Geduld. „Ich denke, es wird so lange dauern, wie es dauern muss. Für mich ist der Weg genauso wichtig wie das Ergebnis.“

Mit meinen eigenen Händen gebaut

Die Vision war von Anfang an klar: ein klassisches rotes Cottage mit weißen Akzenten, das sich das ganze Jahr über naturnah anfühlt. Und er wollte alles selbst machen, Schritt für Schritt, ohne Stress. „Ich hatte keine Erfahrung im Bau, aber ich beschloss, mich einzuarbeiten, Freunde zu fragen und einfach Schritt für Schritt vorzugehen. Es würde so lange dauern, wie es eben dauert.“

Als ein schwerer Träger aus Brettschichtholz im Dachfirst angebracht werden sollte, stand er vor seiner größten Herausforderung. „Ich musste ihn Zentimeter für Zentimeter mit vier Spannbändern festziehen. Das hat gedauert, aber das Gefühl, als er endlich saß, war unbeschreiblich.“

Die Freude im Detail

Nicht alle Momente waren anstrengend. Manche waren echte Freude. „Ich habe einen Glaslift für die oberen Fenster gemietet, und die Fernbedienung, mit der sie sich exakt positionieren ließen, war unerwartet einfach. Inmitten der harten Arbeit fühlte sich das fast luxuriös an.“

Und als die Hütte langsam Gestalt annahm, machte sich Stolz breit. „Es ist immer schön, sagen zu können: ‚Das habe ich gebaut.‘ Klar, es ist hier und da ein bisschen schief, aber das ist okay. Hauptsache, es ist mit Liebe gebaut.“

Ein Tag auf der Baustelle

Die Tage folgen ihrem eigenen Rhythmus. Anders wacht früh auf, schaltet die Nachrichten ein und trinkt Kaffee. Dann braucht er etwas Zeit, um in Schwung zu kommen, aber am Nachmittag und Abend läuft die Arbeit wie am Schnürchen. „Am produktivsten bin ich am späten Nachmittag und den ganzen Abend. Das Abendessen gibt es oft erst um zehn oder elf. Aber das macht ihm nichts aus, ich arbeite gern, wenn mich die Inspiration packt.“

Der Brenderup-Anhänger – mehr als nur ein Bauwerkzeug

Die Baumaterialien wurden in großen Mengen angeliefert, aber es waren die vielen kleinen Details, die den Unterschied machten. „Es ist schwer, genau zu kalkulieren, deshalb hat man oft zu viel oder zu wenig. Dann lohnt es sich, einfach den Anhänger anzukoppeln und das Problem sofort zu lösen“, sagt er.

Doch der Anhänger ist mehr als nur ein Baupartner geworden. Im Alltag ist er fast unverzichtbar. „Ich fahre alles damit: Bretter, Baumstümpfe, Säcke mit Erde, Möbel, Müll zum Wertstoffhof. Früher habe ich Anhänger an der Tankstelle gemietet, aber das war immer ein ziemliches Chaos. Jetzt ist er da und bereit, wenn ich ihn brauche.“

„Ich lasse den Anhänger mit geschlossenem Verdeck, aber ohne Heckklappe, stehen. Wenn etwas zur Deponie muss, klappe ich einfach das Verdeck hoch, werfe die Sachen rein und fahre los, wenn ich Zeit habe. Sozusagen meine eigene Version von ‚Lean‘ – also einfach und effizient, auch auf der Baustelle“, sagt er mit einem Lächeln.

Ein Tipp für alle Hausbesitzer

Für alle, die mit dem Gedanken spielen, ein eigenes Projekt zu starten, hat Anders einen Rat: Werkzeuge als Investition und nicht als Kosten sehen. „Viele denken, sie seien teuer, aber ich denke darüber nach, wie viel ich spare, wenn ich die Dinge selbst mache. Außerdem mag ich technische Details, sie machen die Arbeit unterhaltsamer.“